Muss ich meinen Parkettboden verkleben oder kann ich ihn nicht auch schwimmend verlegen? Was ist denn nun besser? Wie verlege ich meinen Boden wenn ich eine Fußbodenheizung habe? Mit diesen, häufig gestellten Fragen wollen wir uns hier beschäftigen und somit mit vielen Mythen und Aussagen sogenannter Fachverkäufer aufräumen.
Die schwimmende Verlegung von Parkettböden
Zunächst einmal eine kurze Erklärung der Begriffe „schwimmend“ und „vollflächig“: Bei der schwimmenden Verlegung werden die Parkettelemente miteinander verbunden und liegen lose auf einer Trittschalldämmung (also ohne feste Verbindung mit dem Untergrund). Dabei ist es egal, ob man Nut- & Feder Parkett miteinander verleimt, oder einen Parkett mit Klick System wählt. Immer wenn die Dielen nur untereinander verbunden sind und nicht auf dem Untergrund fixiert werden, spricht man von einer schwimmenden Verlegung.
Die vollflächige Verklebung von Parkettböden
Wie der Name es schon verrät, werden hier die Parkettelemente mittels geeigneten Klebstoffs fest mit dem Untergrund verbunden – also verklebt. Hier ist das Verbindungssystem (Klick oder Nut- & Feder) der Dielen untereinander nicht ausschlaggebend.
Nun zu den eigentlichen Fragen:
Oftmals wollen viele Konsumenten den Boden nicht vollflächig mit dem Untergrund verkleben, da man befürchtet, dass eine spätere Entfernung des Bodens wesentlich mehr Aufwand darstellt als etwa bei einer schwimmenden Verlegung. Grundsätzlich ist diese Aussage zwar richtig, aber bereits beim Kauf eines neuen Produktes darüber nachzudenken, es wieder zu entfernen, scheint doch etwas hoch gegriffen zu sein. Würde man diesen Gedanken weiterführen, dürfte man keine Fliesen oder Naturstein verlegen und in weiterer Folge auch kein Haus oder keine Wohnung bauen. Denn wie der Volksmund schon sagt: „Es gibt immer was zu tun“. Bei einer geschätzten Lebensdauer von 15 bis 20 Jahren, werden auch meist die Möbel gewechselt, Räume umgebaut usw. hier fällt das Boden entfernen kaum negativ ins Gewicht.
Vorteile von schwimmender Verlegung
- Die Untergrundbeschaffenheit ist bei einer schwimmenden Verlegung nicht so wichtig, wie bei einer vollflächigen Verklebung. Somit ist eine schwimmende Verlegung auch auf porösen oder rissigen Estrichen möglich.
- Ebenso kann Parkett schwimmend über bereits vorhandene Böden gelegt werden: wie z.B.: Teppich, Fliesen oder einen anderen Holzboden. Voraussetzung hierfür ist immer, ein fester und ebener Untergrund bzw. Unterboden. Soll ein Teppich unter dem Parkettboden verbleiben, achten Sie bitte darauf, dass dieser kurzfloorig ist und keine Falten wirft.
- Ein weiterer Vorteil sind die günstigeren Kosten. Viele Endkunden und Hobbyhandwerker trauen es sich zu, einen Parkettboden schwimmend zu verlegen, was natürlich Geld spart. Zudem ist eine Trittschalldämmung günstiger als ein professioneller Parkettkleber.
- Der Boden bzw. einzelne Dielen können vom Endkunden selbst ausgetauscht werden.
Nachteile der schwimmenden Verlegung
- Werden größere Flächen schwimmend verlegt, kann es beim begehen des Bodens zu einem leichten „nachfedern“ des Bodens kommen.
- Bei Fußbodenheizung wird der Wärmedurchlasswiederstand etwas erhöht, was dazu führt, das die Fußbodenheizung etwas längere Zeit benötigt um die Temperatur auf die Oberfläche des Parkettbodens zu übertragen.
- Ein Abschleifen des Bodens wird nahezu unöglich, da der Boden auch beim abschleifen leicht „federn“ kann.
- Der Tausch (herausfräsen) von einzelnen Dielen im Schadensfall, durch einen professionellen Verleger, ist nicht oder nur sehr schwer möglich.
- Dem Quell- und Schwindverhalten des Bodens wird nicht entgegengewirkt, was in den Wintermonaten eine leichte Fugenbildung zur Folge haben kann.
Vorteile der vollflächigen Verklebung
- Der Geh- und Trittschall wird erheblich reduziert.
- Gute Wärmeleitfähigkeit bei Fußbodenheizung
- Das Quell- und Schwindverhalten wird auf ein Minimum reduziert
- Ein Austausch einzelner Dielen durch den Profi ist möglich (herausfräsen).
- Abschleifen des Bodens ist für einen Parkettleger kein Problem
Nachteile der vollflächigen Verklebung
- Höhere Kosten als bei einer schwimmenden Verlegung
- Alte Untergründe bzw. Estriche müssen für eine Verklebung vorbereitet werden (alte Böden und Kleberreste entfernen, spröde oder gerissene Estriche wieder instand setzen.
- Höherer Zeitaufwand als bei einer schwimmenden Verlegung
- Nur sehr geschickte Laien oder Hobbyhandwerker sollten einen Boden selbst verkleben.
Fazit
Eine vollflächige Verklebung ist mit Sicherheit als qualitativ hochwertiger anzusehen, als eine schwimmende Verlegung. Aber grundsätzlich hängt die Entscheidung ob man einen Parkettboden schwimmend verlegen will oder ihn vollflächig verklebt von den eigenen Anforderungen an den Boden ab. Unsere Erfahrung hat uns gezeigt, dass man Böden bis ca. € 30,- / m² fast immer schwimmend verlegt. Da ein Abschleifen durch einen Professionisten meist über € 20,- / m² kostet und somit in einem derartigen Fall eher unwirtschaftlich wäre.
Ebenso wird meist in Kinderzimmern oder ganz generell in einem Schlafzimmer der Boden schwimmend verlegt. Zum einen werden Böden in Kinderzimmern meistens dann erneuert, wenn das Kind zum Jugendlichen heranwächst, da hier Möbel und Boden gemeinsam getauscht werden um die „Spuren der Kindheit“ zu beseitigen. Zum anderen werden in Schlafzimmern sehr selten Fußbodenheizungen (wenn vorhanden) eingeschaltet bzw. laufen auf sehr niedriger Temperatur.
Auch Büros oder Kellerräume, die nicht Bestandteil des dauerhaften Wohn- und Wohlfühlbereiches sind, werden oft mit schwimmend verlegten Böden ausgestattet. Anders zeigt es sich oft bei Böden über € 50,- /m² diese werden häufiger vollflächig mit dem Untergrund verklebt. Und dies Aufgrund der von uns bereits angeführten Vorteile einer Verklebung. Zudem sei noch angemerkt, dass ein verklebter Boden langlebiger ist, als ein schwimmend verlegter. Aufgrund der geringeren Bewegungsfreiheit von geklebten Parkettböden werden die Kanten und Stöße gewohnt, was zu einer längeren Lebensdauer führt. Meist sind es Küche und vor allem Wohnzimmer wo auf die Behaglichkeit und Vorzüge eines vollflächig verklebten Bodens wert gelegt wird.
Die häufigsten Fragen
Was ist schwimmende Verlegung?
Das Parkett wird nicht feste mit dem Untergrund verbunden. Es „schwimmt“ darauf.
Was ist vollflächige Verlegung?
Das Parkett wird mit einem Kleber feste mit einem aufbereiteten Untergrund verbunden.
Wann ist schwimmende Verlegung besser?
Eine schwimmende Verlegung ist unebenen, porösen oder rissigen Estrichen und sogar Teppich möglich.
Wann ist verklebende Verlegung besser?
Wenn Sie Parkett auf Fußbodenheizung wünschen, dann empfiehlt sich eine vollflächige Verlegung.
Welche Verlegungsart hält am längsten?
Die vollflächige Verklebung hält in der Regel länger.
Welche Verlegungsart ist einfacher?
Mit schwimmender Verlegung und einem Klick-System kann auch ein Heimwerker Parkett verlegen.
Welche Verlegungsart ist schneller?
Die schwimmende Verlegung ist in der Regel schneller.
Welche Verlegungsart ist teurer?
Vollflächiges Verkleben bedarf einer längeren Vorbereitung, mehr Material und mehr Arbeitsaufwand vor dem Verlegen des Parketts.
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